Deutscher Hörspielpreis der ARD für „Einsteins Zunge“

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c SWR – Südwestrundfunk

Das Hörspiel „Einsteins Zunge. Aus dem Nachlass meines Bruders“ von Christoph Buggert ist von einer unabhängigen Jury unter Leitung von Doris Dörrie und Maryam Zaree mit dem Deutschen Hörspielpreis der ARD ausgezeichnet worden. Das Hörspiel ist eine Produktion des Liquid Penguin Ensemble für den Saarländischen Rundfunk (SR) und den Mitteldeutschen Rundfunk (mdr). Es erzählt aus der Sicht des Bruders die unentdeckte Geschichte von Georg, der überall Gesichter sah. Der Bruder entdeckt, dass sich Georg sein Leben lang intensiv mit Wissenschaft und Glauben beschäftigt hat und auf der Suche nach Antworten auf die großen Fragen des Lebens war. Der Hauptpreis der ARD Hörspieltage ist mit 5.000 Euro dotiert und mit der Ausstrahlung in den Kulturradios der beteiligten Sender verbunden. Er gilt damit als höchstdotierte Auszeichnung für Hörspiel im deutschsprachigen Raum. Der mit 3.000 Euro dotierte „Deutsche Hörspielpreis – Beste schauspielerische Leistung“ geht an die Schauspielerin Carina Wiese. Wiese („Deutschland 89“, „Dark“, „Das schweigende Klassenzimmer“) wird für ihre Darstellung der Hauptprotagonistin „Steffi“ in der Radiokomödie „Die Entgiftung des Mannes“ (Produktion: mdr 2019) gewürdigt.

Publikumspreis für „Hyperbolische Körper“

Gewinner des Publikumspreises in Höhe von 2.500 Euro ist das Hörspiel „Hyperbolische Körper“ von Andrea Geißler nach Motiven aus Texten von Maryam Mirzakhani und Sofia Kowalewskaya, eine Produktion des hr. Bereits am Donnerstag (5.11.) wurden die Preisträger des ARD PinNball 2020 für die freie Hörspielszene bekannt gegeben. Die mit 1.000 Euro dotierte Auszeichnung geht an Vivien Schütz und Stefanie Heim für ihr Kurzhörspiel „Re:Produktion“.

„Hervorragende Umsetzung dieses komplexen und klugen Textes“

Für den Deutschen Hörspielpreis der ARD konnten die Landesrundfunkanstalten der ARD, das Deutschlandradio sowie ORF und SRF jeweils ein Hörspiel einreichen. Die Jury in ihrer Begründung für „Einsteins Zunge“: „‚Danke für Alles, aber jetzt muss ich los, Einstein wartet, er will mir das Universum zeigen.‘ Mit diesen letzten Worten verabschiedet sich der Bruder des Erzählers von unserer Welt. Er hinterlässt einen schier endlos kreativen Nachlass, den der Erzähler als Anlass nimmt, sich mit dem zu beschäftigen, was sich hinter dem Leben seines Bruders Georg, einem erfolgreichen Geschäftsmann, verbarg. Er findet Kassetten, Briefe, Tagebücher, 811 durchnummerierte Träume, Kindheitserzählungen, philosophische wie wissenschaftliche Texte. Es waren die großen Fragen, die seinen Bruder nicht losließen und denen er mit Humor, Fantasie, aber auch gewissenhaftem Studium nachging. Wie sich uns dieser Georg nach und nach in seiner Eigenartigkeit ins Herz schließt, wie er uns auch nach seinem Tod einlädt, das Mysteriöse an unserer Existenz nicht aus den Augen zu verlieren, hat uns als Jury sehr berührt. Die Umsetzung dieses komplexen und klugen Textes von Christoph Buggert ist Katharina Bihler hervorragend gelungen. Die verschiedenen Erzählebenen fügen sich dramaturgisch fein ineinander und schaffen ein Gesamtbild, das seine Tiefe auch beim zweiten und dritten Mal Hören nicht verliert.“