Einzelhandel geht online – Aschaffenburger Gastronom entwickelt Bestell-Plattform für lokale Gewerbetreibende

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Eine regionale Online-Plattform stärkt den Einzelhandel im Wettbewerb gegen die Online-Riesen. In Aschaffenburg hilft kleinstark.delokalen Gewerbetreibenden, die Stammkundschaft zu bedienen und Bestellungen in der Region auszuliefern. Der Gründer ist Ben Döll, Gastronom und Software-Unternehmer, der will damit einen Beitrag gegen die Corona-Folgen für die kleinen Unternehmen leisten will.

Gastronom entwickelt Bestell-Plattform für Gewerbetreibende

„Wir hatten in unserem eigenen Unternehmen viele Puzzle-Teile für die Idee von kleinstark.de schon zur Verfügung“, berichtet Döll. Mit seinem jungen IT-Unternehmen hatte er bereits seit geraumer Zeit an einer Bestell-Plattform gearbeitet, die Gastronomen eine einfache Bestellung bei kleinen und lokalen Lieferanten wie Bäckern, Metzgern oder landwirtschaftlichen Erzeugern ermöglicht.

Döll ist selbst passionierter Gastronom und betreibt das Cafè Baaila in Aschaffenburg, das auch Catering-Services anbietet. Das fast 30köpfige Gastro-Team bekam die Folgen der Corona-Krise sofort und sehr heftig zu spüren: Take-away – die Auslieferung von Fertiggerichten – blieb für das Café wie für viele Gastronomien eine wichtige Stütze, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Um aber das Geschäft mit der Lieferung nicht den großen Lieferservices mit ihren sehr hohen Gebühren zu überlassen, begann das Team die eigenen Kühlfahrzeuge seines Caterings zu nutzen.

Die Anpassung der vorhandenen Software auf Endkunden war das nächste Element, das die jungen Programmierer in Dölls IT-Schmiede bevelop in Angriff nahmen. Dazu waren auch rasch komplizierte rechtliche Voraussetzungen zu schaffen, wovon sich der junge Unternehmer aber nicht abschrecken ließ.

Der entscheidende Impuls für kleinstark.de kam vom Markt. „Wenn wir das für uns organisieren konnten, warum sollten wir das nicht unseren langjährigen Lieferanten und auch ihren anderen Abnehmern zur Verfügung stellen?“, fragte sich Döll. Schnell waren damit rund um Aschaffenburg die ersten 60 lokalen Gewerbetreibenden und Einzelhändler gewonnen, die ihre Waren und Angebote ohne großen Aufwand auf kleinstark.de einstellten.

Mit der eingesetzten Software für die Routenplanung hat kleinstark.de sogar das Potenzial zu einer ökologischen Erfolgsstory in der Region. Die Fahrzeuge der Lieferanten fahren nicht nur bestellte Ware an einen Kunden aus, sondern nehmen auf dem Weg zum Kunden auch die Bestellungen und Lieferungen anderer Kunden auf. „Leerfahrten gehören so gut wie der Vergangenheit an“, berichtet Ben Döll stolz.

Über eine App können Fahrer und Lieferanten schließlich nicht nur die Routen optimieren, sondern auch den Auslieferungszeitpunkt anpassen: Die kleinstark-Fahrer können ihre Kunden bis auf zehn Minuten genau mitteilen, wann die Lieferung kontaktfrei vor der Tür abgestellt wird.

„Mir ist ganz wichtig, dass mit diesem Modell die lokalen Anbieter mit ihrer hohen Qualität und der Frische ihrer Produkte nicht den kürzeren gegenüber den anonymen Internet-Giganten ziehen“, beschreibt der Ben Döll seine Motivation. Den Umsatzanteil, den er für die Entwicklung und den Betrieb von kleinstark.de erwirtschaften muss, will der Unternehmer bewusst sehr gering halten. „Der Marktplatz muss wie eine Genossenschaft eine sehr hohe Transparenz haben. In dieser wirklich existenzbedrohenden Situation das Vertrauen der lokalen Gewerbetreibenden zu gewinnen, ist mir das wichtigste Anliegen.“

Ben Döll, dessen Software-Firma bevelop als Dienstleister für große Unternehmen aktiv und in den letzten drei Jahren rasant gewachsen ist, hat aber eine weitere Perspektive: „Wir haben kleinstark.de so gebaut, dass diese auch in anderen Städten und Regionen genutzt werden kann. Sie ist sehr schnell anpassbar, auch international.“

Kleinstark ist offen für Kooperationen. „Wer in diesen Zeiten als Bank, Stadt, Wirtschaftsförderer, Bundesland oder Unternehmerverband sofort etwas Nachhaltiges für die Existenzsicherung der kleinen lokalen Unternehmen tun will – dem stellen wir die Software sofort zur Verfügung.“ Dölls Ziel: „Amazon wollen wir nicht werden. Aber dafür, dass die Wirtschaft und Lebensqualität in unseren Städten erhalten bleibt, dafür machen wir uns gerne mit vielen kleinen Firmen gemeinsam stark.“