NDR trauert um früheren Hörspiel-Chef Norbert Schaeffer

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Der frühere Leiter der Abteilung Hörspiel beim Norddeutschen Rundfunk, Norbert Schaeffer, ist tot. Der 1949 in Saarbrücken geborene Hörspielregisseur starb am vergangenen Dienstag, 21. April, im Alter von 71 Jahren in der Bretagne. Schaeffer war von 2006 bis 2014 für den NDR tätig und zählte zu den renommiertesten und produktivsten Hörspielmachern Deutschlands. Für sein umfangreiches Werk wurde er vielfach ausgezeichnet.

NDR Intendant Joachim Knuth: „Norbert Schaeffer war einer der bedeutendsten Hörspielregisseure dieses Landes und hatte ein untrügliches Gespür dafür, wie man in diesem Genre Stoffe und Räume öffnen kann. Gebildet und geistreich, wie er war, schuf er auf eine unnachahmliche, gleichsam leise wie fordernde Art große Kunst. Ich behalte ihn als einen besonders klugen und nachdenklichen Kollegen in Erinnerung. Mein tiefes Mitgefühl gilt seinen Angehörigen.“

Norbert Schaeffer studierte Germanistik, Soziologie sowie Politikwissenschaft an der Universität des Saarlandes und promovierte 1978 über ein Verfahren zur Erforschung und Lehre gesprochener Sprache. Beim Saarländischen Rundfunk (SR) absolvierte er eine Ausbildung zum Hörfunkjournalisten und war dort bis 1983 als Regieassistent beim Hörspiel tätig.

In seiner Zeit als freier Regisseur und Bearbeiter von Hörspielproduktionen wurde Schaeffer mit zahlreichen Preisen geehrt. So erhielt er den Ernst Reuter-Preis für „Ballade vom Tag, der nicht vorüber ist“ (1988), den Hörspielpreis der Kriegsblinden für „Nebulo bist du“ (1989) und den Prix-Futura für „Wie wir jetzt leben“ (1991).

Unter Leitung von Norbert Schaeffer entstanden in der Hörspiel-Abteilung des NDR unter anderem die Produktionen „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“, „Oscar Wilde im Kreuzverhör“ und „So ist es gewesen“. 2008 erhielt Schaeffer den Deutschen Hörbuchpreis für das Hörspiel „Träume“ von Günter Eich. Selbst im Ruhestand blieb er dem Sender verbunden und war Anfang 2020 für die Hörspiel-Version der Siegfried Lenz-Verfilmung „Der Überläufer“ als Bearbeiter tätig.