Recht oder Unrecht?

Bühne Cipolla erneut mit aufwendigem Figurentheater zu Gast im Apollo
03 Kohlhaas (c) Marianne Menke
Jeder von uns kennt das bohrende Gefühl, Recht zu haben aber nicht
Recht zu bekommen. Heinrich von Kleist erzählt in seiner Novelle
„Michael Kohlhaas“ von einem wohlhabenden Geschäftsmann, der zum
Opfer herrschaftlicher Willkür wird und sich zur Wehr setzt. Das darauf
basierende Stück ist am Dienstag, 19. November, 20 Uhr, erneut im
Apollo-Theater zu erleben.
Der Rosshändler Kohlhaas macht sich auf den Weg, um einige seiner
Reitpferde zu verkaufen. Unterwegs wird er an der Burg des Junkers Wenzel
von Tronka aufgefordert, einen Passierschein vorzuzeigen und muss zwei der
Tiere als Pfand zurücklassen. Als er jedoch bemerkt, dass dieser
Passierschein gar nicht existiert, sind seine wertvollen Rosse durch den
Einsatz in harter Feldarbeit abgemagert und als Reitpferde völlig unbrauchbar.
Kohlhaas reicht Klage gegen dieses Unrecht ein, welche auf Dringen der
einflussreichen Familie Tronka abgewiesen wird. Das fortwährende Scheitern
an einer korrupten Justiz und einer intriganten Vetternwirtschaft veranlassen
ihn dazu, einen mörderischen Rachefeldzug gegen seine Feinde –
eingebildete wie echte – zu führen. Schon bald wird Michael Kohlhaas zum
meistgesuchten Terroristen seiner Zeit.
Mit viel Live-Musik und in atmosphärischen Bildern zeigen Michael Kautz und
Gero John dieses Stück Weltliteratur, das den schmalen Grat zwischen
berechtigter Empörung und skrupelloser Selbstjustiz thematisiert. Das Duo ist
auch im Jahr 2020 wieder auf der Apollo-Bühne zu sehen mit „Der Untergang
des Hauses Usher“ – ebenfalls als Figurentheater.

Karten (15 – 27 Euro, ermäßigt 9 – 19 Euro) gibt es an der Apollo-Theaterkasse (Di-Fr. 13-19 Uhr,
Sa. 10-14 Uhr sowie eine Stunde vor der Vorstellung), an den Vorverkaufsstellen oder online:
http://www.apollosiegen.de. Telefonische Kartenbestellungen sind während der Theaterkasse-
Öffnungszeiten möglich: 02 71 / 77 02 77-20.