Clowns in der Unterwelt


Eine humoristische Fahrt in die Tiefe erwartet die Zuschauer am Samstag, 16.
November, 19 Uhr, im Siegener Apollo-Theater, denn das Theater an der Ruhr
präsentiert „Clowns unter Tage“ – ein Stück, das sich mit der Geschichte des
Bergbaus im Ruhrgebiet auseinandersetzt.

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Die Clowns haben es ihm angetan – jedenfalls scheint Roberto Ciulli, Gründer und
Künstlerischer Leiter des Theater an der Ruhr, im Clowns-Motiv voll und ganz aufzugehen.
In vorherigen Stücken lässt er sie im Altenheim verharren, schickt sie dann in die Welt
hinaus und nun im aktuellsten unter Tage. „Eine musikalisch-komische Fahrt unter die Erde“
nennen Ciulli und sein Ko-Autor Matthias Flake ihr Stück. Bevor es aber in die Tiefe geht,
tummeln sich die Clowns mit Sonnenschirmen bewaffnet und Vogelgezwitscher im
Hintergrund in den auf einer Staffelei angedeuteten Ruhr-Auen. Es ist eine
zusammengewürfelte Gesellschaft, die sich da auf der Bühne präsentiert. Grell
überzeichnete, dicke Schminke und Perücken – wie sich das eben für Clowns gehört. Sie
genießen ihr Picknick, bis sie das Ohr an die Erde legen und die Welt unter Tage entdecken.
Die ist düster und voller Qualm. Mit einer Rutsche gelangen sie in diese Unterwelt und
verwandeln sich durch schwarze Kleidung in Bergleute. Angst ist fehl am Platz an diesem
unwirklichen Ort. Sie hämmern, schaufeln und schuften. Doch auch Freizeit gibt es: In
fantasievollen und Slapstick artigen Choreografien spielen die Clowns Fußball – natürlich mit
einer Blechbüxe – oder präsentieren Wasserballett auf Rollbrettern.
Roberto Ciulli erzählt die Geschichte des Ruhrgebiets aus der Perspektive der deutschen,
polnischen, italienischen und türkischen Arbeiter, zusammengewürfelt für den Kohleabbau in
den Minen, zusammengeschweißt durch die gemeinsame Erfahrung von Entbehrung und
Gefahr.