WDR Jazzpreis 2020 geht an Shannon Barnett, Philip Zoubek, Bassem Hawar und die Big Band der Friedensschule Münster – Ehrenpreis für die Big Band The Dorf und Umland

WDR Jazzpreis 2020 geht an Shannon Barnett, Philip Zoubek, Bassem Hawar und die Big Band der Friedensschule Münster – Ehrenpreis für die Big Band The Dorf und Umland

Die Gewinner*innen des WDR Jazzpreises 2020 stehen fest: Shannon Barnett wird in der Kategorie „Improvisation“ ausgezeichnet. Philip Zoubek erhält den Preis in der Kategorie „Komposition“. Bassem Hawar überzeugt in der Kategorie „Musikkulturen“. Über den Nachwuchs-Preis freut sich die Big Band der Friedensschule Münster. Und der Ehrenpreis geht 2020 an die Großformation The Dorf und Umland.

Die offizielle Preisverleihung findet beim WDR 3 Preisträgerkonzert am Samstag, den 1. Februar 2020 in Gütersloh statt. Entertainer Götz Alsmann moderiert den Abend im Theater Gütersloh. Eine WDR Jazzpreis-Preview mit Konzerten einiger Preisträger gibt es bereits am Abend zuvor, am Freitag, 31. Januar 2020. Das Kulturradio WDR 3 sendet die Preisträgerkonzerte am 1. Februar, ab 20 Uhr live.

Der Westdeutsche Rundfunk vergibt den WDR Jazzpreis an Musiker*innen aus Nordrhein-Westfalen. Die Jury setzt sich zusammen aus den ehemaligen WDR Jazzpreisträger*innen Hendrika Entzian und Pablo Held, den Veranstalter*innen Florian Funke vom Jazzklub Krefeld und Anke Steinbeck vom Jazzfest Bonn, den Autor*innen der WDR 3 Jazz & World Redaktion Jörg Heyd, Martin Laurentius und Babette Michel sowie der Kulturamtsleiterin der Stadt Gütersloh, Lena Jeckel. Die Leitung der Jury hat die verantwortliche WDR 3 Jazzredakteurin Tinka Koch.

WDR 3 Programmchef Prof. Karl Karst: „Ich freue mich, dass wir die erfolgreiche Tradition der Verleihung des WDR Jazzpreises in Gütersloh fortsetzen können. Es ist ein deutliches Signal dafür, dass der WDR zur Kultur des Landes Nordrhein-Westfalen und zu seiner Jazzszene steht!“

Die Preisträger des WDR Jazzpreis 2020:

Improvisation: Shannon Barnett

Die 1982 in Australien geborene Posaunistin Shannon Barnett kam 2014 nach Nordrhein-Westfalen und spielte zunächst in der WDR Big Band. Schnell wurde sie auch in der freien Szene eine feste Größe. Inzwischen ist sie Professorin an der Musikhochschule Köln. Barnett ist nicht nur eine souveräne Könnerin, sondern eine außerordentlich ausdrucksstarke Musikerin mit eigener Stimme.

Komposition: Philip Zoubek

Der gebürtige Österreicher lebt seit 2002 in Köln. Das Programm für das Preisträgerkonzert mit der WDR Big Band entwickelt Zoubek in enger Zusammenarbeit mit dem Arrangeur und WDR-Jazzpreisträger Niels Klein. Es wird die Grenze zwischen Klangmalerei und swingender Big Band aufreißen.

Musikkulturen: Bassem Hawar

Der 1972 in Bagdad geborene Bassem Hawar ist ein Virtuose der Djoze, einer irakischen Variante der Kniegeige. Ausgebildet am Konservatorium in seiner Geburtsstadt lebt Hawar seit 2000 in Deutschland. Er ist in einigen Bands aktiv, in denen er klassische irakische Musik ebenso wie mittelalterliche und europäische Musik spielt sowie experimentellen Jazz, Flamenco und Neue Musik.

Nachwuchs: Big Band der Friedensschule Münster Niedrigschwellig, lässig, mitreißend und von hoher Qualität – das ist die Schul-Big Band der Friedensschule Münster. Ein dritter und ein erster Preis beim Landeswettbewerb von „Jugend jazzt“ zeugen von der hohen Qualität der Musiker*innen in der Band – und von dem pädagogischen Fingerspitzengefühl, das der Musiklehrer Dieter Niermann seit 1991 in die gemeinsame Arbeit einbringt. Der WDR vergibt den Nachwuchspreis in Kooperation mit dem Landesmusikrat NRW.

Ehrenpreis: The Dorf und Umland

Die 25-köpfige Großformation um den Saxofonisten Jan Klare ist seit 13 Jahren eine der aufsehenerregendsten Bands aus Westfalen. Neben dem hohen musikalischen Niveau und der gutgelaunten Experimentierfreude zeichnet sich „The Dorf“ durch das Engagement der beteiligten Musiker*innen im Umfeld aus. Das „Umland“ dient als Veröffentlichungsplattform mit Konzerten, Plattenfirma, Veranstaltungsreihen und Festivals. Ein Leuchtturm der Kreativität, der lautstark deutlich macht, dass Westfalen, das Ruhrgebiet und seine Bewohner*innen mehr zu bieten haben, als nur die bekannten Geschichten vom Aufstieg und Fall einer industriellen Wirtschaftsform.