FÜHRUNG IM HOHENHOF UND AM STIRNBAND – BAUHAUS VORDENKEN

Am Mittwoch, den 18. September, findet ab 16 Uhr eine öffentliche Führung im Hohenhof und am Stirnband unter dem Aspekt „Bauhaus vordenken“ statt. Hagen war einer der ersten Orte in Deutschland mit Bauten im Jugendstil und die Stadt, in der seine Weiterentwicklung in „sachliche“ Gestaltungsformen betrieben wurde, die dann später, nach dem Ersten Weltkrieg, im Weimarer und Dessauer Bauhaus zur Blüte kamen. Mit dem Begriff „Hagener Impuls“ werden die Jahre zwischen 1900 und 1921 bezeichnet, in denen der Hagener Karl Ernst Osthaus als Mäzen, Vermittler und Organisator seine Vision, „die Schönheit wieder zur herrschenden Macht im Leben“ werden zu lassen, in Hagen beispielhaft zu verwirklichen versuchte. Nachdem Osthaus 1902 sein privates Folkwang-Museum in Hagen eingeweiht hatte, begründete er 1906 die Künstlerkolonie Hohenhagen mit dem Ziel, ein „Freiluftmuseum moderner Baukultur“ zu schaffen. Dazu lud Osthaus ausgewählte Künstler und Architekten nach Hagen ein, um deren individuelle Gebäudeentwürfe in die Tat umzusetzen. Osthaus ließ sein Wohnhaus, den Hohenhof, von dem belgischen Künstler-Architekten Henry van de Velde 1906/08 erbauen. Heute zählt der Hohenhof architekturgeschichtlich zu den bedeutendsten Gebäuden Europas kurz nach der Jahrhundertwende und ist eines der wenigen erhaltenen Beispiele für ein Jugendstil-Gesamtkunstwerk. Von der Architektur bis zur kompletten Inneneinrichtung gestaltete Henry van de Velde in Absprache mit dem Bauherrn Osthaus das Gebäude „aus einem Guss“. Seit 2015 ist der Hohenhof Mitglied im internationalen „Iconic Houses Network. Die Villa Cuno, erbaut nach einem Entwurf von Peter Behrens, ist bestimmt durch eine klassizistisch-strenge Fassadengestaltung mit einem halbkreisförmig heraustretenden Mittelrisalit. Auch die Gartenpforte des Gebäudes in ihrer schlichten Gestaltung mit Kreis-, Quadrat- und Dreieckelementen betont die Geometrisierung des Gebäudes. Der Erbauer der Häuserzeile am Stirnband, der holländische Architekt Johannes Ludovico Mathieu Lauweriks, schuf basierend auf theosophischem Gedankengut ein Maßsystem, womit er den Vorläufer der Normierung im modernen Hausbau entwickelte. Unter anderem gilt Hagen heute aufgrund dieser Häuserzeile als eine Wiege der modernen Architektur um 1900.
Es führt Dr. Elisabeth May, die Teilnahmegebühr von 9 € ist an der Kasse des Treffpunkts, dem Hohenhof am Stirnband 10, zu entrichten. Eine verbindliche telefonische Anmeldung unter der Nummer 02331 207 2740 ist erforderlich, die Veranstaltung findet ab einer Teilnehmerzahl von zehn Personen statt.