Studio Hamburg Nachwuchspreis: Eberhard-Fechner-Preis des NDR für „In Search …“, NDR Koproduktion „Kippa“ ist „bester Kurzfilm“

Der Dokumentarfilm „In Search …“ von Beryl Magoko hat den Eberhard-Fechner-Preis des NDR bekommen. Die Auszeichnung wurde im Rahmen des Studio Hamburg Nachwuchspreises vergeben, „In Search …“ ist damit zugleich Sieger in der dortigen Kategorie „beste Dokumentation“. Der mit 10.000 Euro dotierte Eberhard-Fechner-Preis wird von der Abteilung Dokumentarfilm, Dokudrama und Sonderprojekte im NDR verliehen. Den Studio Hamburg Nachwuchspreis für den „besten Kurzfilm“ erhielten Lukas Nathrat (Regie/Drehbuch) und Henriette Ahrens (Produktion) für „Kippa“, eine Koproduktion zwischen der Hamburg Media School und dem NDR. Linda Zervakis führte durch die Preisverleihung am Donnerstag, 6. Juni.

NDR Intendant Lutz Marmor: „Beide Filme, ‚In Search …‘ und ‚Kippa‘, berühren zutiefst. Sie behandeln wichtige Themen. Ich beglückwünsche Beryl Magoko und Lukas Nathrat herzlich zu ihren Preisen. Die Auszeichnungen sind hervorragende Empfehlungen für ihre Zukunft!“

In ihrem autobiografischen Dokumentarfilm „In Search…“ setzt sich die kenianische Filmemacherin Beryl Magoko mit der Genitalverstümmelung auseinander, die sie als Kind erlitten hat. Viele Jahre später erfährt sie, dass es mittlerweile Operationsmethoden gibt, die versprechen, das zurückzugeben, was damals zerstört wurde. Beryl Magoko erforscht das emotionale Dilemma und spricht auch mit anderen Frauen, die ähnliche Erfahrungen wie sie selbst gemacht haben. Soll sie sich dieser Operation unterziehen – oder macht sie damit einen furchtbaren Fehler? „‚In Search‘ ist ein mutiger Film, der in seiner Intensität betroffen macht, aber gleichzeitig eine konstruktive Idee der Hoffnung vermittelt“, begründete die Jury ihre Entscheidung. Der Film entstand als Abschlussarbeit an der Kunsthochschule für Medien Köln.

In „Kippa“ erzählt Lukas Nathrat ausgehend von einem wahren Fall die Geschichte des 15-jährigen Oskar, der brutal drangsaliert wird, nachdem seine Mitschüler erfahren, dass er jüdisch ist. Während der Schulleiter die Appelle seiner Eltern ignoriert, sucht Oskar eigene Wege, mit den Demütigungen umzugehen und zu seiner Identität zu stehen. Aus der Preis-Begründung: „Die Jury hat beeindruckt, wie mit den zur Verfügung stehenden Mitteln die Identitätssuche des Protagonisten dargestellt wird. Ein ausgezeichnet besetzter und gespielter Film zum Nachdenken“. Die Redaktion im NDR haben Christian Granderath und Sabine Holtgreve. Prof. Richard Reitinger betreute das Projekt auf Seiten der Hamburg Media School, produziert wurde der Film dort von Henriette Ahrens. Der Kurzfilm ist als Abschlussfilm an der Hamburg Media School entstanden. „Kippa“ hatte erst im April den Medienpreis CIVIS YOUNG C. der Civis Medienstiftung erhalten.