KEINE KULTURWÜSTE IN NIEDERSACHSEN! – Theater verbünden sich breit aufgestellt!

Antje Thoms | Als Reaktion auf den Haushaltsplanentwurf hat sich ein neues, großes Bündnis von Theaterschaffenden gegründet, das zu einer gemeinsamen Kundgebung vor dem Niedersächsischen Landtag an diesem Mittwoch, 24. Oktober 2018, aufruft. Mehr Geld für die Theaterlandschaft bereits ab 2019 und ein grundsätzliches Umdenken der Kulturpolitik in Niedersachsen sind die zentralen Forderungen des breit aufgestellten Aktionsbündnis.

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Der aktuelle Haushaltsplanentwurf der niedersächsischen Landesregierung stellt eine akute Bedrohung für die Vielfalt der gesamten niedersächsischen Theater- und Orchesterlandschaft dar. Er entzieht den großen, den kleinen und den freien Theatern und den Orchestern die finanziellen Grundlagen für eine professionelle und zeitgenössische Aufrechterhaltung der Angebote.

Seit dem Gründungstreffen am 3.10.2018 arbeitet die gesamte Theaterlandschaft Niedersachsens in einem in dieser Breite völlig neuen Bündnis an einem Kurswechsel in der Kulturpolitik. Die Ensembles und Mitarbeiter*innen der Stadt- und Staatstheater, der Landesbühnen, der freien Theater, das Göttinger Symphonie Orchester, die Orchesterkonferenz Niedersachsen, die DOV und die Schauspielschule Hannover haben sich solidarisiert und lassen sich von der Kulturpolitik nicht länger gegeneinander ausspielen.

„Wir fordern die niedersächsische Landesregierung auf, ihre Koalitionsversprechen einzuhalten und die kulturelle Vielfalt im Flächenland Niedersachsen dauerhaft finanziell abzusichern. Wir brauchen bereits im Haushalt 2019 spürbare Erhöhungen für die Theater und Orchester – darüber hinaus muss endlich eine langfristige Perspektive substantieller und nachhaltiger Unterstützung des gesamten Kunst- und Kulturbereichs entwickelt werden.“ so Antje Thoms, Hausregisseurin am Deutschen Theater Göttingen und Kopf des Aktionsteams #rettedeintheater.

Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, ruft das Aktionsbündnis alle Theaterschaffenden, Zuschauer*innen und Unterstützer*innen auf am 24. Oktober 2018 von 11:30 bis 13:30 Uhr zu einer großen Kundgebung auf den Platz der Göttinger Sieben vor dem Landtag in Hannover zu kommen.

Unter dem Motto „Keine Kulturwüste in Niedersachsen!“ werden sich zahlreiche Vertreter*innen aller Theaterberufe versammeln und mit jeder Menge Sand im Gepäck darauf verweisen, wie Niedersachsen ohne sie aussehen würde.

Denn Niedersachsen droht bereits jetzt kulturpolitisch den Anschluss zu verlieren! NRW, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Hamburg, München und Berlin haben die Mittel für ihre Theater und Orchester in Anerkennung der existentiellen Notwendigkeit substantiell erhöht.

Niedersachsen liegt ohnehin schon an drittletzter Stelle im Ländervergleich bei den öffentlichen Ausgaben für Kultur je Einwohner – und wird noch weiter zurückfallen, wenn nicht endlich etwas passiert!

Dabei braucht die Gesellschaft gerade jetzt Theater: Die Gegner*innen einer demokratischen und pluralistischen Gesellschaft haben längst begriffen, wie wichtig die Theater als Symbol und als gelebter Kommunikationsraum sind. Es wird Zeit, dass sich auch die Befürworter*innen wieder klar und aktiv zum Theater bekennen: Und zwar ideell wie finanziell!

Theater sind zentrale Orte für gewaltfreie Aushandlung und Toleranz! Theater ist Demokratie! Theater darf deshalb nicht nur Mangelverwaltung sein!

Das Aktionsbündnis ist auch Ausdruck der wachsenden Verbindung zwischen den Theaterformen und -sparten und der Solidarität mit allen Theaterschaffenden.

Wir stehen gemeinsam für eine bunte, lebendige und vielfältige Kulturlandschaft!
Wir wollen nicht gegeneinander ausgespielt werden!
Wir wollen keine Kulturwüste in Niedersachsen!
Niedersachsen braucht ALLE seine Theater und Orchester!
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Das Aktionsteam #rettedeintheater (Christina Jung, Judith Strößenreuter, Antje Thoms, Gaia Vogel).
Die Ensembles und Mitarbeiter*innen des Deutschen Theater Göttingen, Theater Lüneburg, Theater Osnabrück, Schlosstheater Celle, Theater für Niedersachsen Hildesheim und der Landesbühne Niedersachsen Nord Wilhelmshaven.
Die freien Theater vertreten durch den LaFT Niedersachsen und den Bundesverband freie darstellende Künste.
Das Göttinger Symphonie Orchester, die Orchesterkonferenz Niedersachsen und die DOV.
Die Ensembles und Mitarbeiter*innen der Staatstheater Braunschweig, Oldenburg und Hannover.
Die Studierenden und Mitarbeiter*innen der Schauspielschule Hannover.
Die Solidarpartner artbutfair, Bund der Szenografen, Bundesnetzwerk flausen+, Dramaturgische Gesellschaft, DTHG, Ensemble-Netzwerk, GDBA, JT Göttingen, regie-netzwerk, schauspiel hannover, Theapolis.

Petition #rettedeintheater: http://www.openpetition.de/rettedeintheater
Facebook-Veranstaltung: http://www.facebook.com/events/297540710845130/

Antje Thoms (Hausregisseurin DT Göttingen, regie-netzwerk, Aktionsteam #rettedeintheater)

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