Gira Auszubildende unterstützen Hückeswagener Kinderdorf

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Richtig Schmirgeln will gelernt sein: Jan Klotz (l.) und Alexander Flosbach, bei Gira Auszubildende zum Industriekaufmann, schauten den jungen Nachwuchs-Handwerkern im Hückeswagener Kinderdorf beim Polieren von Specksteinen über die Schulter, um bei Bedarf den ein oder anderen Tipp zu geben. (Foto: HüKiDo)

Carsten Tessmer | Radevormwald / Hückeswagen | Seit dem 23. Juli bietet das Hückeswagener Kinderdorf bereits zum fünften Mal in Folge eine zweiwöchige Ferienbetreuung für Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren an. 190 Mädchen und Jungen – ein neuer Teilnahmerekord – machen in diesem Sommer von dem Angebot Gebrauch. Dabei versteht sich das liebevoll „HüKiDo“ abgekürzte Ferien-Erlebnis-Programm als „ein soziales Inklusionsprojekt“, wie seine Organisatorin, die Stadtjugendpflegerin Andrea Poranzke, betont. Dementsprechend hat es zum Ziel, jedem Kind, unabhängig von Herkunft, finanziellen Gegebenheiten in der Familie und den eigenen Fähigkeiten, eine Teilnahme zu ermöglichen. Auch dieses Mal sind wieder sechs Kinder mit Handicap und 30 aus Flüchtlingsfamilien mit dabei, wenn es gilt, das Dorfleben in die eigenen Hände zu nehmen.

 

„Wie im richtigen Leben“

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Englisch lernen mit bunten Graffitis: Die angehenden Kauffrauen Karoline Riedel (l.) und Karina Wittmer unterstützten bei der Kreativ-Sprachwerkstatt. (Foto: HüKiDo)

Gerade dieser inklusive Ansatz war es, der sechs Auszubildende der Gira Giersiepen GmbH & Co. KG (www.gira.de) aus Radevormwald dazu motiviert hat, in diesem Jahr das Kinderdorf als Betreuerinnen und Betreuer zu unterstützen. An drei Tagen haben die angehenden Kaufleute und Werkzeugmechaniker des Gebäudetechnikspezialisten bei dreien der vielfältigen Workshop-Angebote mitgeholfen: In der Schreinerei wurde fleißig gesägt und geschmirgelt, beim Englisch Kreativkurs mit bunter Farbe Graffitis gesprayt und in der Technikwerkstatt eifrig an einem Roboter gebastelt. „Es war toll mitzuerleben, mit wieviel Spaß und Engagement die Kinder zu Werke gegangen sind“, berichteten die Gira Auszubildenden Karoline Riedel und Karina Wittmer nach ihrem Einsatz im „HüKiDo“. „Wir hatten es in der Technikwerkstatt mit einigen echten Talenten zu tun“, zeigten sich Stefan Hellwig und Christopher Selbach, die beim Radevormwalder Mittelständler eine Ausbildung zum Werkzeugmechaniker absolvieren, vom handwerklichen Geschick ihrer Schützlinge angetan. In der Tat gehört es zur Idee hinter dem Kinderdorf, dass die Kinder vielfältige Gelegenheiten bekommen, ihre eigenen Fähigkeiten auszuprobieren, sich weitgehend selbst zu organisieren, eigene Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu tragen. Etwa wie sie mit dem durch die Arbeit verdienten und auch hier zu versteuernden Geld, den „JuZe-Talern“, umgehen. „Das ist fast wie im richtigen Leben“, erzählen die angehenden Industriekaufmänner Alexander Flosbach und Jan Klotz.

Soziales Engagement fördern

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Roboter bauen in der Technikwerkstatt: Christopher Selbach (l.) und Stefan Hellwig, die bei Gira eine Ausbildung zum Werkzeugmechaniker absolvieren, zeigten sich sehr angetan vom Geschick der jungen Bastler. (Foto: HüKiDo)

„Uns hat das Konzept des Hückeswagener Kinderdorfs überzeugt“, erklären die Gira Ausbildungsleiter Annabelle Rothe und Guido Zimmermann. Deswegen hat das Technologieunternehmen seine sechs Auszubildenden auch für die Zeit, in der sie in Hückeswagen im Einsatz sind, abgestellt. „Es gehört zur Gira Ausbildungskultur, unsere Auszubildenden in ihrem gesellschaftlichen Engagement zu fördern“, heben Annabelle Rothe und Guido Zimmermann hervor. „Denn uns ist wichtig, dass sie frühzeitig selbst Verantwortung übernehmen – gerade auch außerhalb unserer Werkstore.“