Vortrag über die „Möhnekatastrophe“

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Blick in eine Straße in Schwerte an der Ruhr am Nachmittag des 17. Mai 1943. Nach der Flut holen die Menschen vor allem ihr Bettzeug aus den überfluteten Häusern. (Stadtarchiv Hagen)

Hagen. Anlässlich des 75-jährigen Gedenkens an die „Möhnekatastrophe“ im Zweiten Weltkrieg informiert Dr. Ralf Blank, Geschäftsführer des Museums- und Archivvereins Geschichtsfreunde Hagen, in einem Vortrag am Donnerstag, 17. Mai, von 18.30 bis 20 Uhr im Auditorium des Kunstquartiers Hagen, Museumsplatz 1, über die britische Luftoperation gegen die Möhnetalsperre, stellt ihre Auswirkungen vor und blickt auf die Gedenk- und Erinnerungskultur dieses Ereignisses.

 

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Der durch die Ruhrflut am frühen Morgen des 17. Mai 1943 zerstörte Eisenbahnviadukt zwischen Hagen und Herdecke. (Stadtarchiv Hagen)

In den frühen Morgenstunden am 17. Mai 1943 griff der britische Bomber „Command“ mit einem kleinen Verband viermotoriger „Lancasters“ in der „Operation Chastise“ mehrere Talsperren im Sauerland und in Nordhessen an. Die Hauptangriffsziele waren die Möhnetal- und die Edertalsperre. Daneben griff die Royal Air Force auch die Ennepe-, Sorpe- und Listertalsperre an. Durch den Einsatz von Rollbomben gelang es, die Staumauer der Möhne zu zerstören. Eine gewaltige Flutwelle durchquerte das Ruhrtal. Mehr als 1.550 Menschen starben, darunter über 1.200 ausländische Arbeitskräfte und Kriegsgefangene. Da das nationalsozialistische Regime vorab die Gefahr für einen solchen Angriff unterschätzt hatte, versuchte dieses schnellstmöglich, die Angriffsfolgen zu bewältigen. Bis Oktober 1943 erfolgte unter der Regie der Organisation Todt der Wiederaufbau der zerstörten Staumauer. Zudem setzten sie Industrie-, Verkehrs- und Versorgungsanlagen instand oder bauten diese neu.

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Blick auf die Möhnetalsperre am 19. Mai 1943 zwei Tage nach ihrer Zerstörung. (Stadtarchiv Hagen)

Die Operation gegen die Talsperren fand auf dem Höhepunkt des „Battle of the Ruhr“ statt, bei dem fast alle größeren Städte an Rhein und Ruhr zerstört wurden und über 20.000 Menschen starben. Zwischen März und Juli 1943 flogen britische und vereinzelt auch amerikanische Bomberverbände mehrere Luftangriffe, die das Ziel hatten, die Industrie vor Ort zu zerstören. Zwar feierten die Alliierten den Angriff auf die Möhnetalsperre als Erfolg, doch sie konnten die Ruhrindustrie nicht substantiell schädigen.

Der Angriff auf die Möhnetalsperre erfährt bis heute in Deutschland und Großbritannien eine besondere Wahrnehmung. Die „Möhnekatastrophe“ mit ihren Folgen ist im Gedächtnis der Bevölkerung an Möhne und Ruhr präsent und bis heute fester Bestandteil des Kriegsgedenkens in der Region.

Der Vortrag ist eine Veranstaltung des Museums- und Archivvereins Geschichtsfreunde Hagen e.V. gemeinsam mit dem Karl-Ernst-Osthaus-Bund. Der Verein empfiehlt eine Platzreservierung unter Telefon 02331/207-2740. Der Eintritt kostet 2,50 Euro.

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