Klassiker – und neue Meister aus Polen

Das polnische Szymanowski-Quartett spielt am Mittwoch, 22. November, 20 Uhr im Siegener Apollo-Theater an der Morleystraße 1 ein wahrlich außergewöhnliches Programm: Zwei „klassische“ Streichquartette und zwei zeitgenössische Werke stoßen aufeinander.

Für diesen Kammermusik-Abend, den Apollo in Zusammenarbeit mit dem Siegener Uni-„Studio für Neue Musik“ veranstaltet, war eigentlich das amerikanische Pacifica Quartet vorgesehen. Aber die berühmte Gruppe muss sich gerade neu erfinden, da zwei Mitglieder ausscheiden und zwei Neue dazukommen.

Dass das Szymanowski-Quartett ein absolut gleichwertiger Ersatz ist, zeigt der Blick in die internationalen Feuilletons. Die New York Times

zum Beispiel findet: „Unmöglich, sich nicht zu verlieben in das Szymanowski Quartett: Klar, dass alle Profis intensiv spielen können; aber so von Herzen zu spielen, das ist noch einmal eine ganz andere Liga!“ Die vier Polen haben sich seit 1995 einen weltweiten Ruf erarbeitet durch ihren außergewöhnlichen Zusammenklang und eine immense Detailtreue der Interpretation.

Zu erleben sind Franz Schuberts Streichquartett g-moll (D 173) und Krzysztof Pendereckis drittes Streichquartett, 2008 entstanden, ein Schlüsselwerk im Schaffen des berühmten Polen und der aktuellen Neuen Musik überhaupt.

Nach der Pause dann Mozart und Markowicz. Mozart hat sechs seiner schönsten Streichquartette „caro amico Haydn“ („dem verehrten Freund Haydn“) gewidmet, er schätzte den 24 Jahre älteren Komponisten sehr. Diese als „Haydn-Quartette“ berühmt gewordenen Werke gelten „einer der steilsten Gipfel europäischer Kammermusik überhaupt“ (J. Dohm). Das letzte davon ist das „Dissonanzen-Quartett“, das wegen seiner ersten 22 Takte so heißt. Die schmerzhaft-dramatische Stimmung dieses Eingangs bleibt während des ganzen Quartetts präsent, so dass diesem Quartett trotz des hellen C-Dur bei aller Heiterkeit ein Hauch von Melancholie anhaftet. Und außerdem: Der zweite Satz, das poetisch-langsame „Andante cantabile“, ist eine der schönsten Kompositionen Mozarts überhaupt.

Marcin Markowicz, 1979 geboren, hat mit seinem dritten Streichquartett einen echten Hit gelandet; etliche berühmte Formationen spielen es – und eben auch das Szymanowski-Quartett!

Karten (19 Euro, ermäßigt 11 Euro) gibt es an der Apollo-Theaterkasse (Di-Fr. 13-19 Uhr, Sa. 10-14 Uhr sowie eine Stunde vor der Vorstellung), an den Vorverkaufsstellen oder online: www.apollosiegen.de. Telefonische Kartenbestellung sind während der Theaterkasse-Öffnungszeiten möglich: 02 71 / 77 02 77-2.

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