DGB organisiert neue Stolpersteine in Hagen

Zum Gedenken an die zahlreichen Opfer von Krieg und Faschismus und anlässlich des bevorstehenden Antikriegstages am 1. September organisiert der DGB in Hagen am 29. August die Verlegung von fünf Stolpersteinen. In Zusammenarbeit mit dem Hagener Geschichtsverein und Hagener Friedenszeichen e.V. begrüßen die Veranstalter den Kölner Künstler Gunter Demnig, der europaweit für die Anfertigung und Verlegung der Stolpersteine unterwegs ist. Die fünf Opfer, denen mit den Steinen nun dauerhaft gedacht wird, entstammen der Arbeiterbewegung oder wurden wegen ihres jüdischen Glaubens verfolgt und schließlich ermordet.

Zur Historie:

Ab März 1944 trafen sich die drei Hitler-Gegner in privatem Rahmen, diskutierten über die politische Lage und schmiedeten angesichts des sich abzeichnenden Endes des Regimes Pläne für die Zukunft. Zum Verhängnis wurde ihnen ein angeblicher Mitstreiter, der jedoch als Spitzel für die Gestapo arbeitete.

Am 9. Februar 1945 wurden sie verhaftet und in das berüchtigte Gestapo-Gebäude nach Dortmund-Hörde transportiert. Dort kam es zu schweren Folterungen. Im späteren Prozess gegen Gestapo-Beamte vor dem Dortmunder Landgericht schilderte ein Zeuge die Misshandlungen, die der blinde Paul Pietzko erleiden musste: „Pietzko war im Gesicht furchtbar zugerichtet und hatte offenbar auch so viel Schläge bekommen, dass er torkelte und sich kaum aufrecht halten konnte. ‚Jupp‘ wollte Pietzko herunterbringen; G. (ein Gestapo-Mann) sagte: ‚Ach, was! Lass ihn doch die Treppe herunterfallen, wer so was tut, der kann auch sehen!‘

Im selben Prozess schildete ein ehemaliger Gestapo-Beamter die näheren Einzelheiten der Mordaktion: „Vor der Einfahrt des Gestapogebäudes stand ein LKW, worauf die Häftlinge zum Rombergpark gefahren wurden. Die Häftlinge wurden aus den Zellen geholt, über den Hof geführt und auf den LKW geladen. Es waren ungefähr 40 Mann. Die Häftlinge waren an den Händen mit Bindedraht gefesselt. Im Rombergpark auf einem Parkweg hielt der LKW, die (Gestapo-) Beamten mussten herunter springen und Krim. Komm. O. teilte die Beamten zur Bewachung ein. Er erklärte ihnen, wie die Häftlinge zu transportieren wären, und zwar in der rechten Hand die Pistole langgezogen durchgeladen und mit der anderen Hand die Häftlinge am Rockkragen gefasst. Dann ging es im Gänsemarsch zu dem Bombentrichter, welchen der Kommissar morgens ausgesucht hatte. Am Bombentrichter angekommen, wurden die Häftlinge von den Beamten durch Genickschüsse getötet, und sie fielen dann von selber in den Trichter hinein. Als die Exekution beendet war, wurde der Trichter von den beteiligten Personen wieder zugeschüttet“.

NierstenhöferJulius Nierstenhöfer, Hohenlimburg, Oegerstr. 79, war Sozialdemokrat und kandidierte bei der Stadtverordnetenwahl im März 1933 auf der Liste der Hohenlimburger SPD. Wegen Tätigkeit in einer kommunistischen Widerstandsgruppe wurde er 1936 zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt.

 

PietzkoPaul Pietzko, wohnte zuletzt in Haspe, Voerder Str. 4, stammte aber ursprünglich aus Gladbeck. Er hatte im Ersten Weltkrieg sein Augenlicht verloren, beteiligte sich dennoch in seiner Heimatstadt Gladbeck seit Oktober 1933 am kommunistischen Widerstand. Mit seinem Blindenhund zog er durch den Stadtteil Zweckel, verteilte Flugblätter und kassierte Spenden. 1934 wurde er deshalb zu einer Zuchthausstrafe von fünf Jahren verurteilt. Nach seiner Entlassung ließ er sich in Hagen nieder.

 

 

WißnerJohann Wißner, KPD, Elberfelder Str. 68, Hagen, wurde 1934 zu einer Haftstrafe von 2,5 Jahren verurteilt, weil er unter anderem illegale Flugblätter verteilt hatte. Nach Verbüßung der Haft wurde er ins KZ- Buchenwald verschleppt und erst im April 1939 entlassen.

 

 

Erklärung

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